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Die Legende vom zurückgegebenen Schwert

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Die heilige Schildkröte http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/Kim_Qui_and_the_Restored_Sword_%28Hoan_Kiem%29_in_ceramics.jpg

Die heilige Schildkröte http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3d/Kim_Qui_and_the_Restored_Sword_%28Hoan_Kiem%29_in_ceramics.jpg

Im Jahre 1418 lebte ein armer Fischer namens Lê Lợi in der Provinz Thanh Hóa. Zu dieser Zeit litt sein Vaterland unter der chinesischen Besetzung und Lê Lợi trug lange schon den Gedanken im Herzen, sich an der Bekämpfung der feindlichen Truppen der Ming-Dynastie zu beteiligen.

Der Fischer fasste den Entschluss, durch den Mord eines fremden Mandarins die Flamme des Aufstands zu entzünden. So reiste Lê Lợi zur Stadt des aufsteigenden Drachens – Thăng Long, die Hauptstadt Vietnams.

Dort allerdings scheiterte sein Plan, da er in die bewachten Paläste nicht eindringen konnte. Bedrückt saß der Fischer am Ufer eines kleinen Sees inmitten der Hauptstadt und ging seinem gewohnten Tagewerk nach. Dabei konnte er trotzdem den Gedanken nicht loswerden, dass er zu einer besonderen Aufgabe berufen sei. Plötzlich sah er ein goldenes Leuchten im Wasser und Lê Lợi zog seine Fischernetze vorsichtig ans Ufer. Hastig zog er die Maschen auseinander und erkannte ein glänzendes goldenes Schwert. „Ein guter Geist muss mir dieses Schwert gesandt haben, sodass ich meine Aufgabe erfüllen kann!” So nahm der Fischer das wertvolle Geschenk mit sich.

 

 

http://vietnamstudents.blogspot.de/2009/05/le-thai-to-le-loi-nguoi-anh-hung-giai.html

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Voller Tatendrang durchzog Lê Lợi unweit vom See viele Straßen, wo er versuchte die Menschen für den Widerstand zu gewinnen. Man sah ihn überall, in der Seidenstraße und in der Hutmacherstraße, in der Straße der Leineweber und in der der Papiermacher. Bald kannten alle Bewohner der Hauptstadt seinen Namen und nach nicht allzu langer Zeit schlossen sie sich dem Fischer an.

Die Zeit der Monsune kam, Stürme peitschten übers Land und das Meer schlug meterhohe Wellen. Das Wasser stand so hoch, dass selbst die chinesischen Truppen ihren Dienst niederlegten. Eines Morgens hielt ein kalter Regen die Nacht fest und Leitern wurden gegen die Mauern der Zitadelle gelegt.

Niemand läutete Sturm. Die Alarmglocken blieben stumm. Nicht einen Schrei hörte man in dieser Schlacht.

Thăng Long sollte seinem Volk gehören, doch die feindlichen Truppen kamen nun über die Meere nach Vietnam. Sechs Jahre dauerte das leidvolle Ringen um den Sieg. Dann war die Stunde gekommen, in der die chinesischen Soldaten nach Norden zurückmarschierten.

„Ruhm dem Kaiser Vietnams, dem Land des befreiten Südens!”, riefen die Chöre Lê Lợi zu, der ein kaiserliches Kleid aus gelber Seide trug. Drachen mit fünf Klauen, Mond und Sonne, Wolken und Phönixe waren elegant darauf gestickt.

Lê Lợi wollte den Mächten seinen Dank für das kostbare Schwert aussprechen, da es ihm und dem Volk zum Ruhm verhalf. So kniete er mit tausenden Menschen am Ufer des kleinen Sees nieder. Plötzlich sprang das goldene Schwert aus der Scheide und stieg wie ein Pfeil dem Himmel empor. Vom übernatürlichen Glanz des Schwertes geblendet, konnten nur wenige staunend beobachten, wie sich das Schwert in einen jade-grünen Drachen verwandelte. Dieser fiel wie ein Stein zur Erde zurück, stürzte auf den See zu und bohrte sich mit seinen Klauen tief in den Rücken einer Schildkröte.

Die Schildkröte glänzte wie ein geschliffener Smaragd und alle Lotusblüten des Sees öffneten weit ihre Blütenkelche. Langsam gerieten die Schildkröte und der Drachen außer Sichtweite und verschwanden. Über Nacht tauchte eine kleine Insel inmitten des Sees auf, worauf der Kaiser aus Dankbarkeit eine Pagode errichten ließ. Lê Lợi ernannte die Schildkröte zum Schutzgeist des Sees.

 

http://mrg.bz/40SYbk

http://mrg.bz/40SYbk

Noch heute ruht sie in diesem Tempel. Täglich gehen die Menschen Hanois entlang des Sees des zurückgegebenen Schwertes spazieren und betrachten den dreistöckigen Schildkrötenturm, der bis heute das Wahrzeichen Hanois ist.


 

Quellen:

Faber, Franz/Irene (1975): Der hundertknotige Bambus. Alte Volkserzählungen aus Vietnam, Verlag Phillip Reclam jun., Leipzig.

Aus dem Vietnamesischen; Aufzeichnungen von F. und I. Faber;”Die Legende vom zurückgegebenen Schw

Rùa Hồ Gươm

ert”.
Übersetzung Nach der Sammlung des Nguyen-van-Ngoc, Truyen co Nu’o’c Nam (Alte Volkserzählungen aus Vietnam), Hanoi 1932 und 1934, von Otto Karow.

Hoan Kiem Lake Turtle: from myth to reality. Vietnamnet.vn, 5. April 2005 (Archivversion).

http://web.archive.org/web/20061207214309/http://english.vietnamnet.vn/features/2005/04/406255/

Hoan Kiem Lake Turtle: from myth to reality. Vietnamnet.vn, 5. April 2005 (Archivversion).

 

http://web.archive.org/web/20061207214309/http://english.vietnamnet.vn/features/2005/04/406255/

http://en.wikipedia.org/wiki/L%C3%AA_L%E1%BB%A3i, 07. Januar 2014

http://de.wikipedia.org/wiki/Hoan-Kiem-See

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:R%C3%B9a_H%E1%BB%93_G%C6%B0%C6%A1m.jpg?uselang=vi

 

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